Nazca - von Linien im Staub, Brunnen in der Wüste und Mumienfriedhof

Mit dem Bus komme ich aus Ica gegen 22:00 in Nazca an. In der Jugendherberge begrüßen mich zwei Mädels: Caoimhe (Keeva) aus Irland und Jane aus Kanada. Wir setzen uns auf die Terrasse und quatschen übers Reisen. Die Beiden geben mir Tipps, was ich hier unbedingt machen sollte.
Am nächsten Tag schlendern Jane und ich durch über den Markt und kaufen frisches Obst und Gemüse ein um gemeinsam zu kochen. Als wir zurück kommen, werden wir vom Hostelbesitzer eingeladen die Reste vom Mittag zu essen. Danach schnippeln wir das Obst klein und genießen es als späten Nachtisch.
Für den nächsten Tag reserviere ich den Flug über die Nazca-Linien.

Fliegen über Linien im Staub
Rundflug (70 Dollar) + Flughafensteuer (40 Soles) + Hin- und Rückfahrt zur Unterkunft = 400 Soles. Es ist zwar für 40 Minuten Flug ganz schön viel Geld, aber dafür sieht man die Scharbilder im Sand sehr gut. Ich knipse ordentlich viel Fotos von der Landschaftskunst. Am Ende ist mir vom holprigen Flug etwas übel.

Scharbild in der Wüste von Nazca: Affe


Wüstensafari
Die Herberge bietet eine Tour zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten an für 90 Soles. Wenn ich schon mal hier bin, gebe ich mir den sandigen Ritt im klapprigen Jeep. Mit dabei ein neuseeländisches Pärchen, dass mit dem Fahrrad quer durch Südamerika radelt. Da der Peruanische Fremdenführer nur spanisch spricht, übersetze ich die paar Wortfetzen, die ich verstehe, für die beiden Kiwis auf englisch.

Brunnen in der Wüste
Schon beim Rundflug konnte ich die kuriosen Löcher in der Oase erblicken, die ansonsten von staub und Steinen umgeben ist. Jetzt sehe und begehe ich sie aus unmittelbarer Nähe. Ganz schön clever gemacht: spiralförmig bohren sich die Brunnen in dem Sand, unterirdisch sind sie durch einen Kanal verbunden und egal welches Wetter kommt, es läuft konstant Wasser, dass die umliegenden Ackerböden versorgt.
Luftaufnahme: Brunnensystem von Nazca


Brunnen von Nazca aus der Nähe


Wüstenruinen
Holprig geht es zu einer noch ziemlich jungen Ausgrabungsstätte. Der Ort ist noch so unerforscht, dass außer ein paar Absperrungen und kleinen Hinweisschildern mit mutmaßlichen Zweck des Bereiches nur ein zahnloser alter Peruaner 5 Soles Eintritt kassiert.

Ruinen in der Wüste von Nazca

Mumienfriedhof
Auf einem von Hügeln umrandeten Stück flachen Wüstenbodens befindet sich ein schaurig anzusehender Ort, dieser Ruhestätten der Toten sind mit einfachen Dächern aus Holz und Stroh überdacht und die ausgehobenen Löcher sind mit Lehmsteinmauern begrenzt in denen die Mumien meist sitzend aufgebahrt. Schon komisch, wenn ich mir vorstelle, dass diese menschlichen Überreste seit mindestens 1000 Jahren dort liegen. Das Wüstenklima konserviert sehr gut. Kann man ja mal als Bestattungsalternative in Betracht ziehen.
Mumienfriedhof bei Nazca

Nach dem wüsten Trip geht es für mich weiter mit dem Bus in den Südosten Perus: Arequipa.

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